Der September ist ein Monat zwischen zwei Welten. 🌿🍂
Noch wärmt die Sonne an manchen Tagen unsere Haut, doch morgens liegt bereits kühler Nebel über Wiesen und Feldern. Die ersten Blätter verfärben sich, Äpfel hängen schwer an den Bäumen, Nüsse reifen und die Abende werden merklich früher dunkel.
Die Natur beginnt, sich langsam zurückzuziehen.
Für unsere Vorfahren war diese Zeit von großer Bedeutung. Jetzt zeigte sich, was die Arbeit des Sommers hervorgebracht hatte. Vorräte wurden angelegt, Früchte gesammelt und die letzten wichtigen Arbeiten vor der kalten Jahreszeit erledigt.
Auch in der heutigen Naturspiritualität ist der September deshalb ein besonderer Monat: eine Zeit für Ernte, Dankbarkeit, Loslassen, Schutz und innere Einkehr.
Begleite uns auf eine kleine Reise durch die Magie des Septembers. 🌾✨
🌾 Warum der September ein besonderer Monat ist
Der September markiert den Übergang vom Sommer zum Herbst.
Das Licht verändert sich. Die Nächte werden länger und die Natur bereitet sich langsam auf ihre Ruhephase vor.
Symbolisch lässt sich diese Zeit mit drei großen Themen verbinden:
Ernten – Danken – Loslassen.
Was ist in diesem Jahr gewachsen?
Was hat uns Kraft gegeben?
Und was möchten wir nicht mit in die dunklere Jahreszeit nehmen?
Der September lädt uns dazu ein, nicht nur die Früchte aus Garten und Natur zu betrachten, sondern auch unsere ganz persönliche innere Ernte.
🍎 1. Der Apfel – magische Frucht des Septembers
Kaum eine Frucht passt so gut zum September wie der Apfel.
Seit Jahrhunderten begleitet er Menschen in Geschichten, Märchen, Religion und Volksglauben.
In der modernen Pflanzenmagie wird der Apfel häufig verbunden mit:
❤️ Liebe
🍀 Glück
🌱 Fruchtbarkeit
✨ Erkenntnis
🌳 Lebenskraft
🏡 Fülle
Schneidet man einen Apfel quer durch die Mitte, werden die Kerngehäuse häufig als fünfzackige Sternform sichtbar.
Das macht den Apfel für viele naturspirituelle Menschen zu einer besonders symbolträchtigen Frucht.
🍎 Kleines Apfelritual
Schneide einen Apfel in zwei Hälften.
Betrachte für einen Moment die Kerne und denke darüber nach, wofür du in diesem Jahr dankbar bist.
Sprich:
„Frucht der Erde, Frucht der Zeit,
danke für deine reiche Gabe.
Was gewachsen ist, darf mich nähren,
was vergangen ist, darf nun ruhen.“
Danach kannst du den Apfel ganz einfach genießen. 🍎✨
🌰 2. Haselnüsse – kleine Schätze voller Symbolkraft
Im September beginnt vielerorts die Zeit der Haselnüsse.
Die Hasel besitzt in europäischen Überlieferungen eine lange Kulturgeschichte. In späterer Folklore und moderner Pflanzenmagie wird sie unter anderem mit Weisheit, Inspiration und Schutz verbunden.
Eine Haselnuss kann deshalb zu einem kleinen persönlichen Glücksbringer werden.
Lege eine schöne Nuss beispielsweise auf deinen Jahreszeitenaltar oder trage sie eine Zeit lang als Erinnerung bei dir:
Auch das Größte kann einmal in etwas sehr Kleinem begonnen haben. 🌰
🌿 3. Die Kräuter des Septembers
Auch wenn die große Blütenzeit langsam endet, hat die Natur im September noch einiges zu bieten.
Je nach Standort und Wetter können beispielsweise noch gesammelt werden:
🌿 Beifuß
🌿 Schafgarbe
🌿 Brennnessel
🌿 Spitzwegerich
🌿 Löwenzahn
🌿 Wacholder
🌿 verschiedene Samen und Früchte
Jetzt beginnt außerdem die klassische Zeit, in der verstärkt Wurzeln interessant werden.
In der traditionellen Kräuterkunde wurden Wurzeln bevorzugt in bestimmten Ruhephasen der Pflanze gesammelt. Entscheidend sind jedoch immer Pflanzenart, Standort und der richtige Erntezeitpunkt.
⚠️ Sammle nur Pflanzen, die du zweifelsfrei bestimmen kannst, und beachte Schutzgebiete sowie geschützte Arten.
🔥 4. September-Räucherwerk für Haus und Seele
Wenn die Abende wieder länger werden, beginnt für viele Menschen auch die schönste Zeit zum Räuchern. 🌿🔥
Ein herbstliches Räucherwerk kann beispielsweise enthalten:
- Beifuß
- Wacholder
- Rosmarin
- etwas getrocknete Apfelschale
- wenige Nadeln geeigneter Nadelbäume
Symbolisch kann eine solche Mischung für Reinigung, Dankbarkeit und Schutz stehen.
Beim Räuchern kannst du ein Fenster öffnen und dir vorstellen, dass alles Schwere mit dem Rauch hinauszieht.
Sprich:
**„Was schwer geworden ist, darf gehen.
Was mir Kraft gibt, darf bestehen.
Rauch des Waldes, Duft der Erde,
Frieden erfülle Haus und Herd.“**
🔥 Verwende zum Räuchern ausschließlich geeignete Pflanzen und ein feuerfestes Gefäß. Gute Lüftung ist wichtig.
🏡 5. Ein alter Gedanke: Das Haus für den Herbst vorbereiten
Für unsere Vorfahren bedeutete der Herbst nicht nur Romantik.
Der Winter konnte hart werden.
Holz musste bereitliegen, Lebensmittel mussten haltbar gemacht und Haus und Hof auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.
Daraus können wir heute ein wunderschönes modernes September-Ritual machen.
Räume einen Bereich deines Hauses bewusst auf.
Öffne anschließend die Fenster.
Stelle einen kleinen Zweig Wacholder oder Rosmarin an die Haustür und denke dabei:
„Was gut ist, sei willkommen.
Was mir nicht guttut, bleibe fern.
Frieden wohne in diesem Haus.“
Das ist kein historisch belegter allgemeiner Septemberbrauch, sondern ein modernes Ritual, inspiriert von alten Schutzvorstellungen.
🌗 6. Die Herbst-Tagundnachtgleiche
Einer der wichtigsten astronomischen Momente des Septembers ist die Herbst-Tagundnachtgleiche.
Sie markiert auf der Nordhalbkugel den astronomischen Beginn des Herbstes.
Tag und Nacht befinden sich nun sinnbildlich nahezu im Gleichgewicht.
Danach gewinnt die Dunkelheit zunehmend an Raum.
Für naturspirituelle Menschen ist dies ein wunderschönes Symbol:
☀️ Licht und 🌙 Dunkelheit gehören zusammen.
Ohne Ruhe kein Neubeginn.
Ohne Winter kein Frühling.
Ohne Loslassen kein Platz für etwas Neues.
🍂 7. Mabon – das moderne Fest der Herbsternte
In vielen heutigen neuheidnischen und Wicca-Traditionen wird rund um die Herbst-Tagundnachtgleiche Mabon gefeiert.
Mabon steht besonders für:
🌾 Ernte
🍎 Dankbarkeit
🍇 Fülle
⚖️ Gleichgewicht
🍂 Loslassen
🕯️ Vorbereitung auf die dunklere Jahreszeit
Äpfel, Trauben, Nüsse, Getreide, Kürbisse und Herbstlaub eignen sich wunderbar für einen kleinen Mabon-Altar.
Wichtig ist die historische Einordnung: Mabon in seiner heutigen Form ist ein modernes neuheidnisches Jahreskreisfest. Es sollte nicht einfach als unverändert überliefertes uraltes keltisches Fest dargestellt werden.
Die dahinterstehende Idee, den Wechsel der Jahreszeiten und die Ernte zu feiern, ist dagegen sehr viel älter.
🔮 8. Das September-Ritual der drei Schalen
Für dieses einfache Ritual brauchst du:
🥣 drei kleine Schalen
🍎 einen Apfel oder einige Körner
🍂 ein gefallenes Blatt
🕯️ eine Kerze
Die erste Schale steht für Dankbarkeit.
Lege den Apfel hinein und denke an drei Dinge, für die du dankbar bist.
Die zweite Schale steht für Loslassen.
Lege das Herbstblatt hinein und denke an etwas, das du hinter dir lassen möchtest.
Die dritte Schale bleibt zunächst leer.
Sie steht für das, was noch kommen darf.
Zünde die Kerze an und sprich:
„Ich danke für das, was gewachsen ist.
Ich lasse gehen, was seine Zeit erfüllt hat.
Und ich öffne mein Herz für das,
was seinen Weg zu mir finden möchte.“
✨ Ein sehr einfaches Ritual – und gerade deshalb besonders schön.
🌕 9. Der Septembermond
Der Vollmond in der Nähe der traditionellen Erntezeit wird im englischsprachigen Kulturraum häufig als Harvest Moon – Erntemond bezeichnet.
Historisch hatte das einen ganz praktischen Hintergrund: Das Mondlicht konnte während bestimmter Erntezeiten zusätzliche Helligkeit nach Sonnenuntergang bieten.
Heute besitzt der Erntemond auch eine starke spirituelle Symbolik.
Er erinnert uns daran, zu betrachten, was wir selbst gesät und geerntet haben.
Nicht nur im Garten.
Auch im Leben. 🌕🌾
🍂 10. Was wir im September loslassen dürfen
Schau dir einen Baum im Herbst an.
Er versucht nicht verzweifelt, jedes einzelne Blatt festzuhalten.
Wenn die Zeit gekommen ist, lässt er los.
Vielleicht können wir davon etwas lernen.
Schreibe auf einen kleinen Zettel:
„Was möchte ich nicht mit in den Winter nehmen?“
Vielleicht ist es:
- alter Ärger
- eine Enttäuschung
- eine schlechte Gewohnheit
- unnötiger Ballast
- eine Sorge, die dich schon lange begleitet
Zerreiße anschließend den Zettel.
Nicht weil dadurch alle Probleme verschwinden.
Sondern als bewusstes Zeichen:
Ich darf etwas verändern.
🌲 Ein magischer September-Spaziergang
Du brauchst für Naturmagie nicht immer Kerzen, Altäre und besondere Gegenstände.
Manchmal genügt ein Spaziergang.
Gehe langsam durch Wald oder Wiesen und suche nach den Zeichen des beginnenden Herbstes.
🍂 Das erste gefärbte Blatt.
🌰 Eine Haselnuss am Boden.
🌾 Ein abgeerntetes Feld.
🕸️ Ein Spinnennetz voller Tautropfen.
🍎 Einen alten Apfelbaum.
🌫️ Nebel über einer Wiese.
Bleibe für einen Moment stehen.
Höre hin.
Der September ist kein Ende.
Er ist ein Übergang.
✨ September-Zauberspruch
**„Septemberwind zieht übers Land,
die Ernte ruht in meiner Hand.
Was wachsen durfte, dafür Dank,
was gehen möchte, werde leicht.
Blatt für Blatt fällt still zur Erde,
damit aus Ruhe Neues werde.
Schutz und Frieden ziehn bei mir ein,
Licht soll auch im Dunkeln sein.“** 🍂🌙✨
🌿 Fazit: Der September lehrt uns Dankbarkeit und Loslassen
Der September ist einer der schönsten Monate für Menschen, die sich mit der Natur verbunden fühlen.
Er zeigt uns gleichzeitig Fülle und Vergänglichkeit.
Die Bäume tragen Früchte – und verlieren wenig später ihre Blätter.
Die Felder geben ihre Ernte – und werden anschließend still.
Genau darin liegt vielleicht die besondere Magie dieser Jahreszeit:
Nicht alles muss für immer bleiben, um wertvoll gewesen zu sein.
Nutze den September deshalb für einen Moment der Dankbarkeit.
Sammle Kräuter.
Gehe durch den Wald.
Genieße einen Apfel.
Zünde am Abend eine Kerze an.
Und frage dich:
Was möchte ich bewahren – und was darf mit dem Herbstwind davonziehen? 🍂💚✨
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