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Das Ziel, Mensch zu sein

Das Ziel, Mensch zu sein

Was ist eigentlich das Ziel unseres Lebens?

Für mich hat diese Frage nichts mit Religionen, Regeln oder damit zu tun, was andere Menschen uns vorgeben. Vielleicht liegt die Antwort viel näher – in uns selbst.

Mensch zu sein bedeutet für mich vor allem eines: Entwicklung.

Wir kommen nicht auf diese Welt, um unser ganzes Leben derselbe Mensch zu bleiben. Wir erfahren Liebe und Verlust, Freude und Enttäuschung, Nähe und Einsamkeit. Wir begegnen Menschen, verlieren Menschen, treffen Entscheidungen und gehen manchmal Wege, von denen wir niemals gedacht hätten, dass sie einmal unsere sein würden.

All diese Erfahrungen verändern uns. Sie lassen uns wachsen, erkennen und manchmal vollkommen neu auf uns selbst und unser Leben schauen.

Das Ziel des Menschseins

Sich entwickeln.

Schöpfer des eigenen Lebens sein.

Erfahren und erkennen.

Sich verändern dürfen.

Sich immer wieder neu entdecken und empfinden.

Und niemals aufhören, zu werden.

Für mich steckt darin etwas ganz Wesentliches: Wir sind nicht einfach nur hier, um zu funktionieren, Erwartungen zu erfüllen oder einem vorgegebenen Weg zu folgen.

Wir sind hier, um zu erfahren.

Wir sind Schöpfer

Schöpfer zu sein bedeutet für mich nicht, über andere zu bestimmen. Es bedeutet, aus dem, was uns gegeben wurde, etwas Eigenes entstehen zu lassen.

Mit jedem Gedanken, jeder Entscheidung und jeder Handlung gestalten wir unser Leben ein Stück weiter.

Natürlich können wir nicht alles beeinflussen, was uns begegnet. Manche Dinge suchen wir uns nicht aus. Aber wir können entscheiden, was wir daraus machen und welchen Platz eine Erfahrung in unserem weiteren Leben bekommt.

Wir können etwas beenden und etwas Neues beginnen. Wir dürfen unsere Meinung verändern. Wir dürfen erkennen, dass ein alter Weg nicht mehr zu uns gehört.

Und wir dürfen jederzeit sagen:

Ich möchte mich neu erfahren.

Sich immer wieder neu empfinden

Vielleicht ist genau das eines der größten Geschenke des Menschseins:

Wir müssen nicht für immer der Mensch bleiben, der wir gestern waren.

Was uns früher wichtig erschien, kann heute bedeutungslos sein. Was wir früher nicht verstanden haben, können wir plötzlich mit anderen Augen sehen. Und manchmal entdecken wir Seiten an uns, von denen wir selbst noch nichts wussten.

Sich neu zu empfinden bedeutet für mich deshalb nicht, das Vergangene abzulehnen. Im Gegenteil: Alles, was wir waren, hat uns zu dem Menschen geführt, der wir heute sind.

Doch auch dieser Mensch ist nicht das Ende.

Wir entwickeln uns weiter.

Wir entdecken.

Wir fühlen.

Wir erschaffen.

Wir verlieren.

Wir finden.

Wir erkennen.

Und wir beginnen wieder neu.

Das Leben ist für mich deshalb kein fertiger Plan, den wir nur abarbeiten müssen.

Es ist Bewegung.

Es ist Erfahrung.

Es ist Veränderung.

Es ist Schöpfung.

Vielleicht müssen wir niemals „fertig“ werden.

Vielleicht besteht gerade darin der Sinn: uns immer wieder neu zu entdecken, neu zu empfinden und aus unseren Erfahrungen etwas Neues entstehen zu lassen.

Denn Mensch sein heißt für mich nicht, stehen zu bleiben.

Mensch sein heißt, sich zu entwickeln.

Mensch sein heißt, Schöpfer zu sein.

Mensch sein heißt, zu erfahren.

Und Mensch sein heißt, niemals aufzuhören, zu werden.

Von Herzen

Marilla

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